Der European Innovation Council (EIC) will untersuchen lassen, ob sich die hohe Antragszahlen für den neuen EIC Advanced Innovation Challenges Call auf die Nutzung von generativer KI zurückführen lassen.
Für den neuen EIC-Call wurden zur Stage 1-Deadline 709 Anträge eingereicht. Für das Topic „Accelerating Physical AI“ wurden 425 und für das Topic „Translating Disruptive New Approach Methodologies (NAMs) into practice“ wurden 284 Einreichungen erfasst.
Das problematische an den hohen Antragszahlen ist, dass die hieraus resultierende niedrige Erfolgsrate von 2,8% möglicherweise Spitzenforschende davon abhält, an weiteren EIC-Ausschreibungen oder an anderen Horizon Europe-Förderaufrufen teilzunehmen. Der Trend ist symptomatisch für viele EU-Förderinstrumente, im EIC aber am stärksten ausgeprägt.
Die Antragsflut hat den EIC dazu veranlasst, dem weit verbreiteten Verdacht nachzugehen, dass sich die Flut an Anträgen auf den Einsatz von generativer KI zurückführen lässt, die durch einfache Texteingaben komplexe Inhalte wie Texte, Bilder, Audio, Code oder auch überzeugende Fördermittelanträge erzeugen kann.
Laut Michiel Scheffer, der Vorstandsvorsitzende des EIC, ist generative KI inzwischen weit verbreitet und produziere massenhaft mittelmäßige Fördermittelanträge, welches die Gutacher:innen vor hohe Herausforderungen stellt. Das Wegbrechen nationaler Fördermittel sowie die eher breit angelegten Topics könnten ebenfalls erklären, weshalb der neue EIC-Call ein so großes Interesse geweckt hat.
